Sicher werden sich einige Menschen fragen, warum es überhaupt einen Verein zum Schutz der Eichhörnchen geben muss, denn eigentlich kann man die possierlichen Tiere häufig und vielerorts beobachten. Unsere Beweggründe, solch einen Verein ins Leben zu rufen, sind vielfältig und sicher hat jeder einzelne unserer ehrenamtlich tätigen Mitglieder zudem seine ganz eigene Erklärung, warum er so viel Zeit und Herz in die Aufzucht und Wiederauswilderung dieser Tiere investiert.
Zunächst einmal gilt unser einheimisches Eichhörnchen laut Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützte Tierart. Dies bedeutet nicht automatisch, dass es als bedroht gilt, sondern vielmehr als einheimische Art als schützenswert eingestuft wird.
Somit machen wir zunächst erst einmal nichts anderes, als was gesetzlich ohnehin verankert ist, nämlich eine geschützte Tierart zu schützen, zu retten und ihr bei Bedarf unter die Arme zu greifen.
Aber unsere Arbeit erfüllt damit auch den Sachverhalt der sogenannten Nachhaltigkeit. Denn wir sehen überall auf der Welt, was passiert, wenn man die Natur als allzu selbstver-ständlich wahrnimmt, mit dem Schutz von Tiere und Pflanzen oftmals erst beginnt, wenn es dafür fast schon zu spät ist. Nachhaltigkeit bedeutet die Konsequenzen seines Tuns und Handels abzuwägen und zu kalkulieren, früh genug negative Auswirkungen zu verhindern etc.
Unsere Arbeit ist derzeit vielleicht nicht unbedingt nötig, um den Fortbestand dieser Tiere zu gewährleisten, doch nichts in unserer Natur sollte als selbstverständlich, sondern viel- mehr als kostbares und permanent schützenswertes Gut angesehen werden. Nur so können wir den Fortbestand unserer heimischen Flora und Fauna in einem funktionie-rendem Ökosystem langfristig garantieren.
Wenn man dies verinnerlicht, ergibt sich von ganz allein die Selbstverständlichkeit zu Handeln und in Not geratene Tiere zu unterstützen.

Auch sei zu erwähnen, dass man naturgemäß in den städtischen Gebieten Eichhörnchen sehr viel häufiger wahrnimmt, da geeignete Lebensräume wie z.B. Parkanlagen rarer sind als dies in ländlichen Gebieten der Fall ist. Hier treten also ganz automatisch mehr Tiere auf eingeschränktem Raum auf, wodurch man das Gefühl bekommt, dass diese zahlreich vorkommen. Wie dies aller- dings in ihrem natürlichen Lebensraum, dem Wald aussieht, wissen wir nicht, denn Studien hierzu sind uns nicht bekannt. De facto ist es aber so, dass regional das Eichhörnchen-vorkommen stark variiert und der Lebens- raum der Eichhörnchen stetig eingeschränkt wird.

Ganz unabhängig davon handelt es sich um einen Akt der Menschlich- keit, eben nicht weg zu sehen, son- dern zu helfen. Und organisierte Hilfe ist, wenn man die Zahlen der von uns versorgten Findelkinder in den letzten Jahren verfolgt, notwendig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten unserer Findelkinder durch das Tun und Handeln des Menschen in diese Situation geraten sind.
Wir verstehen uns allgemein als Tierschutzorganisation, zu- mal keiner unserer Mitglieder, wenn sie nicht ohnehin schon eine Wildtierstation betreiben und sich um die vielfältigsten heimischen Tierarten kümmern, einem anderen Tier die Hilfe verwehren würde.
Die Entscheidung, sich auf eine Wildtierart zu spezialisieren bzw. zu konzentrieren begründet sich darin, dass wir nur so die Qualität und Professionalität in diesem Umfang garan-tieren können. Dies ermöglicht uns aber auch, unser Wis- sen stetig durch Erfahrung zu erweitern und mehr über die Lebensweise und das Verhalten dieser Tiere zu erfah- ren. Dies garantiert wiederum, dass wir langfristig dazu beitra- gen, den Erhalt und Fortbestand dieser Tiere zu sichern, indem wir unser Wissen und unsere Erfahrung weiter-geben.
Eichhörnchen Notruf e.V.