Eichhörnchen-Findelkinder beziehen zwischen der achten und zehnten Woche, dies ist abhängig vom Entwicklungs- und Aktivitätsstadium der jeweiligen Tiere, ein ausreichend großes (mindestens 10 m²) und naturnah eingerichtetes Außengehege.
In diesem Gehege haben die Tiere nicht nur die Möglichkeit, ihre motorischen und sensorischen Fähigkeiten weiter zu verfeinern, sondern sich auch an die äußeren Begebenheiten, wie Tag/Nachrhythmus, Temperatur und Geräusche zu gewöhnen.
Zudem wird ab dieser letzten Phase der Kontakt zum Menschen bis auf ein Minimum reduziert, so dass die Tiere innerhalb kürzester Zeit wieder eine natürliche Scheu vor dem Menschen entwickeln.
Das Gehege sollte sich in unmittelbarer Waldnähe befinden, so dass die Tiere bei ihrer Auswilderung gefahrlos und direkt den Wald erreichen können.
Spätestens ab der 12. Woche, auch dies ist wiederum abhängig von der jeweiligen Entwicklung, werden die Tiere ausgewildert. Dies ist in der freien Natur auch die Zeit, in der die Jungtiere ihre Mutter verlassen.
Dabei verfahrenen wir stets nach dem Prinzip der sanften Auswilderung, die es den Tieren ermöglicht so lange zum Schlafen und Fressen in das Gehege zurückzukehren, bis sie ein eigenes Revier gefunden haben und schließlich abwandern.
Prinzipiell kann man Eichhörnchen nicht an x-beliebigen Orten auswildern, das Habitat muss in Bezug auf Baumbestand und Größe des Waldes gewisse Voraussetzungen mitbringen (siehe hierzu Artikel „Leben in der Natur“, „Haben Handaufzuchten überhaupt eine Überlebenschance“).
Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich bereits wild aufgewachsene Eichhörnchen in dem betreffenden Gebiet befinden, da dies ein Zeiger für die Eignung des Auswilderungsgeländes darstellt.
Da auch in der freien Natur Geschwister, nach dem Verlassen der Mutter, häufig noch über einen gewissen Zeitraum zusammen bleiben, werden immer gleichzeitig mehrere, einander bekannte Tiere zusammen ausgewildert.

Auswilderungsgehege einer Station in Hamburg
Eichhörnchen Notruf e.V.