Gaby und die Feldmaus

von Gaby Armbrust

 

 

Es ist Donnerstag, der 02. Juli 2009. Peter und ich stehen um 6:00 Uhr auf um unsere Flaschenkinder zu füttern.  Ich freue mich schon, dass ich nach der Fütterung nochmal für zwei  Stunden weiterschlafen kann, da ich nicht arbeiten muss, ich feiere meine Überstunden ab.

Gerade wieder im Bett bequem gemacht, klingelt mein Eichhörnchen-Telefon.  Es ist 6:40 Uhr,  Moni  Rademacher ist am Telefon und bittet mich ein Eichhörnchen, das im Rheinland nachts von einer Katze angeschleppt wurde, zu vermitteln. Sie ist schon auf dem Weg zur Arbeit und kann sich nicht mehr kümmern. Der Finder hat das Tier zu seiner Schwester gebracht, weil auch er sich auf den Weg zur Arbeit machen muss.

Ich schaue mir auf der Karte den Fundort an, ca. 50 km von mir entfernt. Ich überlege kurz die Finderin zu einer anderen Station zu schicken. Aber auch dorthin ist es nicht sehr viel näher.

Was solls, ich habe ja frei und kann mich dann auch selbst kümmern.

Ich telefoniere mit der Schwester des Finders, sie erzählt, dass das Tier jetzt vor ihr auf dem Küchentisch sitzt und an irgendetwas knabbert. Sie ist sich jetzt plötzlich nicht mehr sicher, ob dieses Tier überhaupt ein Eichhörnchen ist. Ich zerstreue die Bedenken mit der Bemerkung „wenn meine Kollegin mir ein Eichhörnchen vermitteln will, wird es schon auch ein Eichhörnchen sein“.

Ich verabrede mich mit der Finderin auf einem Parkplatz eines großen Baumarktes am westlichen Rande von Köln um 8:00 Uhr.

Die Schwester des Finders wartet schon auf uns. Sie ist ausgestattet mit einem großen Kochtopf, der mit einem Kuchengitter abgedeckt ist.  In einem Küchenhandtuch hat sich nun das Tier versteckt. Die Schwester des Finders äußert nochmals ihre Bedenken bezüglich eines Eichhörnchens.

Ich gehe in dem Topf auf die Suche nach dem Tier, da springt eine kleine aufgeregte Feldmaus aus dem Topf und macht sich aus dem Staub. Wir wollen nun das Tier auch nicht auf dem Parkplatz belassen, damit es nicht vom nächsten Auto überfahren wird.

Gemeinsam machen wir uns an die Arbeit das kleine Mäuslein wieder einzufangen. Nach gut fünf Minuten ist uns das auch wieder gelungen. Ich packe es der Finderin wieder in den Kochtopf und bitte sie, das Tier bei sich zu Hause wieder sicher in die Freiheit zu entlassen.

Peter und ich machen uns auf den Weg nach Hause mit einer großen Frage:

Ist sich der Finder eigentlich sicher ob er wirklich eine Katze als Haustier hält ?????