Gartengifte und -dünger

Wie umstritten der Einsatz von Gartengiften und -düngern ist, und wie leicht man mit unsachgemäßer Verwendung große Schäden anrichten kann, ist heutzutage wohl jedem bekannt.

 

Wir beschränken uns hier auf einen Einblick in die Gefahren, die v.a. für Eichhörnchen von Gartengiften und auch –düngemitteln ausgehen. Dass dies nichtsdestotrotz nahezu 1 : 1 durchaus auf andere Wild- und Haustiere übertragbar ist, versteht sich von selbst.

 

Grundsätzlich gilt, dass nahezu alles was auch nur entfernt an Körner erinnert, neugierig angeknabbert wird, erst recht wenn es

als Lockmittel (wenn auch für eine andere Tierart) sogar gezielt nach Essbarem riecht oder auf der Basis von Nahrungsmitteln wie Getreidekörnern hergestellt wurde.

Dass die verwendeten Köder nur ganz spezifisch auf eine einzige Tierart wirken, stimmt leider fast nie.

 

Ein zweites Problem besteht dann, wenn Gift- oder Düngestoffe flüssig aufgebracht werden oder sich Granulate in einem Platzregen auflösen, dann Pfützen bilden, bevor diese Chemikalien im Boden versickern.

 

Dass das Anknabbern von vermeintlich leckeren Körnern zu Vergiftungen führt, ist offensichtlich.

Gelangen flüssige Chemikalien an die Laufflächen der Tiere, können Verätzungen die Folge sein. Werden diese brennenden Wunden dann sauber geleckt, gelangen die Stoffe in den Körper. Aber auch nicht ätzende Stoffe werden beim normalen Putzen abgeleckt und somit auch aufgenommen.

 

Einige ausgesuchte Beispiele aus der breiten Palette der Düngemittel und Pestizide dienen hier der Veranschaulichung. Das heißt keinesfalls, dass hier nicht genannte Produkte unbedenklich sind!

Düngemittel

Blaukorn

Altbewährt bedeutet wahrlich nicht zeitgemäß!

Blaukorn ist zwar kostengünstig, aber es schädigt das Grundwasser. Wird es einfach obenauf gestreut, bilden sich nach einem Regenguß ätzende Pfützen.

Wer auf die Verwendung von Blaukorn absolut nicht verzichten mag, sollte es in Wasser auflösen und durch Umgraben tief in den Boden einarbeiten.

 

Düngekugeln mit Langzeitwirkung

werden mit Stärke und Honig verklebt, riechen nach Essbaren und haben auch noch eine reizvolle haselnussähnliche Größe...

  

Pestizide

Biozide / Rodentizide

 

Schneckenkorn

Auch das handelsübliche Schneckenkorn ist mit Lockstoffen, die an Obstgeschmack erinnern, versetzt. Selbst geringe Mengen führen zu meist tödlichen Vergiftungen bei kleineren Säugetieren und gefährden auch Katzen und Hunde. Auch am Bienensterben der letzten Jahre haben die Wirkstoffe des Schneckenkorns ihren Anteil.

Als vertretbare Alternativen gibt es Produkte mit Eisen-III-Phosphat (wie z. B. Ferramol der Fa. Neudorff) oder Vergrämungsmittel wie Urgesteinsmehl oder Schneckengranulat (mit Geranien- und Lavendelöl).

 

Mäusekorn

Werden diese Körner außerhalb von geschlossenen Kellern oder Schuppen ausgestreut, haben natürlich auch Eichhörnchen freien Zugriff auf die „kleine Knabberei“.

 

Rattengift

Moderne Rattengifte werden auf der Basis von Cumarin-Derivaten hergestellt, die die Blutgerinnung hemmen. Im Rattengift sind diese geruch- und farblosen Stoffe hochdosiert und mit Lockstoffen, wie Nussaroma versetzt, es liegt sehr nahe, dass dies nicht nur Ratten schmackhaft finden.

Nach der Aufnahme in den Verdauungstrakt zeigen sich zunächst vergleichsweise harmlose Symptome wie Müdigkeit und allgemeine Schwäche, die die Tiere zum instinktiven Rückzug in ihre Nester veranlassen. Nach ca. 48 h beginnt dann das qualvolle innerliche Verbluten des zurückgezogenen Tieres durch fortschreitende Zerstörung der Blutgefäße.

Wird ein bereits durch Rattengift geschwächtes Eichhörnchen von einem Haustier oder anderem Fressfeind erbeutet, erleiden diese sogar eine entsprechende Sekundärvergiftung.

 

Insektizide

 

Insektenschutzmittel werden oft großflächig noch vor dem Blattaustrieb auf Bäume oder Sträucher gesprüht, dabei sind deren Blattknospen im zeitigen Frühjahr eine der Hauptnahrungsquellen von Eichhörnchen.

Vernebelte / versprühte Insektizide gelangen über die Atemwege jeden Lebewesens in dessen Körper, nicht nur bei Insekten.

 

Ameisengranulat oder –puder wirkt als Kontaktgift und haftet natürlich auch an den Laufflächen von Eichhörnchen, Igeln usw. und wird dann beim Putzen abgeleckt.

 

Herbizide

 

Auch wenn auf Beipackzetteln zu lesen ist, sie seien weder giftig für Fische noch gefährdend für Bienen, so verursachen alle Unkrautvernichtungsmittel doch starke Verätzungen an Schleimhäuten von z. B. Kaninchen oder Eichhörnchen, die besonders gern an den unerwünschten Gänseblümchen knabbern. 

 

Diese Ausführungen könnten noch seitenlang so weitergehen. Aber auch in aller Kürze sind Sie hoffentlich etwas wachsamer und kritischer geworden, was den Einsatz von Gartendüngern und vor allem –giften angeht.

Absolut harmlose und nebenwirkungsfreie Gifte gibt es naturgemäß nicht, und für eine notwendige Düngung gibt es viele natürliche Alternativen – von Gründüngung über Hornspäne bis Pferdemist.